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MONZTER TOURZZZ: Chiemsee total

Strecke: Kufstein – Sebi – Wildbichl – Bernau – Prien – Gstadt – Stöttham – Frasdorf – Samerberg – Neubeuern - Erl – Kufstein

Kondition: *****

Länge: 147 km, 666 HM, 6:15 Stunden  

 

MONZTER TOURZZZ: Chiemsee total – FLR-Tourenbeschreibung

 

Heavy Duty: nichts für Warmduscher – satte FLR-Tour zum und rund um den Chiemsee

147 km - + 666 Hm – 6:15 Std.

 

Einmal im Jahr gibt’s eine satte monztermäßige Flachlandradel-Tour und eine ebensolche Mountainbike-Tour. Wird von uns einfach so angeboten. Mitfahrt auch für Nichtmitglieder möglich, jedoch vorherige Anmeldung unbedingt einen Monat im Vorhinein. Die Touren erfordern eine sehr gute Kondition und Ausdauer. Daher sollte man diese vorher bei einer längeren Ausfahrt testen.

 

Chiemsee total, das heißt schon was. Das klingt wie ein volles Programm. Und so ist es denn auch.

 

Kufstein, Bahnhof, 17. Juli, 05:55 Uhr: drei außerirdische Vögel in den roten Naturfreunde-Raddressen treffen sich am Bahnhof. Fünf Minuten zu früh. Doch es hat sich keiner mehr angemeldet, und so wird losgefahren. Es ist noch recht kühl in der Frühe und so sind wir noch ein bisschen gut angezogen. Aber schon bei der ersten Steigung in Sebi ziehen wir uns die Jacken,  Thermo-Hosen und Beinlinge aus. Der Wildbichl fordert unsere müden Knochen und Muskeln schon etwas. Wir schwitzen schon das erste Mal. Und zwar ordentlich.

 

Nach der Grenze (unbesetzt), ab Sachrang geht’s nur noch bergab. Alois spielt die Lokomotive und zieht uns im Windschatten in kürzester Zeit zum Chiemsee. In 1:30 Std. sind wir in Bernau. Gute Zeit. Doch eigentlich wollten wir gar nicht so schnell fahren. Wir haben uns einen Schnitt von 20 km/h vorgenommen zu erreichen. Jetzt haben wir 38 km in 90 Minuten geschafft. Nun gut, der Rest wird nicht mehr so einfach: es geht nicht mehr bergab, sondern flach bzw. auch einige Male etwas auf und ab.

 

In Bernau suchen wir den Uferweg. Geht auch prompt schief, wir stehen vor dem Wasser und der Weg ist zu Ende. Umdrehen und bei einer Privatklinik rechts rein. Uferweg. Da steht’s doch! Immer den Pfeilen nach. Bis wir durch Prien mit seinen etlichen Privatkliniken durch sind, vergeht einige Zeit.

 

In Schafwaschen haben wir schon erste Anzeichen eines Defektes bei Lois. Der ehemalige Rennradfahrer und Jugendtrainer bei den Radrennfahrern verliert bei seinem Mountainbike hinten Luft. Wir pumpen erst mal nach und beobachten die Sache. Es hält nicht lange. Nur ein paar Kilometer weiter müssen wir einen neuen Schlauch einziehen. Hubert hilft ihm dabei. Erstaunlich ist, dass jeder eine Pumpe mitführt. Und jedes Teil funktioniert, egal wie alt oder teuer.

 

Wir fahren weiter. Knappe 5 km weiter die nächste unfreiwillige Pause: Panne Nr. 2 (oder 3?): Lois hat den Mantel nicht korrekt in das Felgenbett gedrückt. Folge: der Mantel hat am Rahmen gestreift und hat sich aufgerieben. Gerade noch rechtzeitig entdeckt kann man sagen, denn wir können das fransige Material an dieser Stelle reindrücken und weiterfahren. Wir sind in Gstadt am Chiemsee. Gegenüber ist die malerische Fraueninsel. Zeit für Fotos. Unsere Gruppe fährt gleich drauf weiter und es geht in flottem Tempo nur so dahin. Irgendwann frage ich mich (Manfred), wann wir denn mal eine richtige Pause machen wollen. Mit Trinken und so. Ist ja auch wichtig. Man muss den Lois immer etwas einbremsen, der würde ja bis Japan fahren, wenn man ihn ließe. Also wird in Stöttham in einem Café auf der Terrasse (im Schatten, denn es ist bratig heiß) Pause gemacht. Tut schon was weh? Ne, bei keinem von uns. Läuft besser als wir uns das gedacht haben. Das flotte Tempo (Schnitt 24 km/h) macht allerdings recht durstig. Bei Apfelschorle und dunklem Weizen tankt man neue Energie. Jeder eben auf seine Weise.

 

Nach einer dreiviertel Stunde geht’s wieder in den Sattel. Über Chieming, Übersee, Felden geht’s nach Bernau zurück. In Bernau biegen wir links ab auf eine Straße, die steil nach oben führt. Einige hundert Meter. Und das in der größten Mittagshitze. Die Straße schlängelt sich an der Autobahn nach Rosenheim entlang und führt nach Frasdorf. Doch kurz bevor wir Frasdorf erreichen hat Alois die 3. (oder 4.?) Panne. Der neue Schlauch hat ein Loch. Ursache: der Mantel (Slick) ist schon sehr dünn und ein Durchstich die logische Folge. Es steckt der Übeltäter auch noch im Mantel. Wir finden ihn aber und entfernen ihn operativ. Mordsauflauf, denn eine Gruppe Radfahrer fragt nach einer Pumpe. Sie bekommen drei. Das Rad ist gleich repariert (Schlauch geflickt, gepickt), denn Übung haben wir jetzt auch schon. Und zwar im Ausbauen und Aufpumpen. In Frasdorf gehen wir spontan in einer Osteria mit Terrasse Mittagessen. Hier bleiben wir gute zwei Stunden und genießen die Freiluft unter dem Sonnenschirm. Es hat noch immer mehr als 30° C und uns ist eigentlich viel zu heiß. Doch die Aussicht, dass es bis Neubeuern nur noch bergab geht, stimmt uns zuversichtlich. Allerdings merken wir später, dass das Aufsteigen und Lostreten ungleich schwerer ist, wenn man einen vollen Magen hat und schon über 100 Kilometer in den Beinen hat. Naja, es geht ja hinunter. Doch die Katze beißt sich in den Schwanz, Lois macht auch runter ordentlich Tempo. Keiner beschwert sich aber, denn jeder will irgendwie nur noch nach Hause. Neubeuern ist schnell erreicht. Und hier will Manfred noch ein Foto schießen und schreit Richtung Alois: „Warte, ich will nur noch ein Foto machen!“ Doch Lois ist schon dahin und ward auf dieser Tour nicht mehr gesehen. Handy: Fehlanzeige! Warten: ja wo? Hubert und Manfred nehmen den Radweg nach Erl, Kufstein. Kein Lois zu sehen. Auch nicht an den Punkten, an denen die andere Straße wieder den Radweg kreuzt. Naja, der Lois kennt den Heimweg wie seine Westentasche. Er ist sicher früher zu Hause als wir zwei Amateure.

 

Der Rest der Fahrt nach Hause zieht sich gewaltig in die Länge. Zwar können wir den hohen Schnitt aufrechterhalten (und auf dem Innradweg ab Erl sogar noch steigern), doch so richtig mögen will keiner mehr von uns. Und da wird nur noch reingetreten (28 – 30 km/h von Erl bis Kufstein). Und so gehen die letzten Kilometer auch vorbei. Ende. Aus. Pause. Finito! Mal sehen, wer bei der morgigen Radausfahrt wieder dabei ist. Es geht zum Raritätenzoo. Wir gehen erst mal rasten.

(147 km, Gesamtaufstieg +666 Hm, 6:15 Std.).

 

Bericht erstellt von Mike McBike (Manfred Weidner)

 

Die gesamte Tourenbeschreibung ink. Zeichenerklärung findet Ihr links im roten Kasten zum Downloaden

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